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Die Notenbücher der Mozarts

Rezensionen

"[...] In dieser aus Platzgründen hier unzulässig verknappten Inhaltsskizze kann die Vielzahl der trefflichen Beobachtungen und scharfsinnigen Schlußfolgerungen Kaisers nicht einmal ansatzweise gewürdigt werden. Der Autor legt ein Studienbuch Die Notenbücher der Mozarts vor, das keine schnellen Ergebnisse liefern will, in das sich der Leser folglich mit- und nachdenkend vertiefen muß. Kaiser tut einen wichtigen Schritt auf das Ziel zu, das ›Wunderkind‹ Mozart als einen ›lernenden Komponisten‹ zu verstehen, das heißt als jemanden, der am Anfang des Weges steht, umfassend in Musik denken und gestalten zu können. Dieser Schritt ist anspruchsvoll und wird manchem, der sich lieber mit dem alten (und bequemen) Topos zufrieden gibt, am Ende sei Mozarts musikalisches Vermögen doch nicht erklärbar, zu mühsam vorkommen. Aber wenn die Wissenschaft von der Musik überhaupt zu validen Erkenntnissen gelangen will - und seien sie noch so vorläufig und begrenzt -, dann wird sie diesen Schritt tun müssen, den Schritt hinein in die Ordnungswelt der Töne. Kaisers anregender Studie ist zu wünschen, daß sie intensiv gelesen und diskutiert wird."

Acta Mozartiana 03-04/07

"Ulrich Kaisers Buch ist reich in vielerlei Hinsicht. Reich an Beispielen von Musik, auch ganz entlegener – wer kennt schon Stücke von Leontzi Honauer, Hermann Friedrich Raupach oder Fulgentino Peroti? Der Autor untersucht eine breite Palette von Kompositionen vor dem Hintergrund einer Vielzahl von musiktheoretischen Texten. Nicht nur die Schriften Matthesons, Marpurgs, Riepels oder Kochs werden herangezogen, sondern auch Lehrschriften von Matthäus Gugl, Marianus Königsberger, Johann Ernst Eberlin, Johann Gottfried Portmann und vielen anderen. Kaisers Buch ist reich an interessanten, bisweilen in den Fußnoten versteckten Details. So erfährt man, dass der sechsjährige Wolfgang bereits Orgelspielen konnte, aber nicht beim Vater, sondern vermutlich beim Salzburger Hoforganisten Adlgasser gelernt hatte, sehr früh also bereits fremden Einflüssen ausgesetzt war (28). Oder man lernt den ›bifocal close‹ als eine genuine Orchestertechnik kennen, die der junge Mozart für Klavierkompositionen adaptierte (281). Kaisers Studie [...] ist reich an pädagogischer Erfahrung, die sich etwa in den aufschlussreichen und anschaulichen Tabellen und schematischen Darstellungen niederschlägt sowie im Entgegenkommen an Leser und Leserin, Notenbeispiele zur besseren Vergleichbarkeit in dieselbe Tonart zu transponieren. Reich ist sie schließlich auch an begriffsgeschichtlichen Exkursen, in denen etwa von den Begriffsvarianten des ›Schlußsatzes‹ (89, zur ›Schlussgruppe‹: 62), vom ›Lamentobass‹ (263) oder vom sprachlich verunglückten und sachlich irreführenden ›Parallelismusmodell‹ (160) die Rede ist [...] Es ist Ulrich Kaisers unbestreitbares Verdienst, nicht etwa die Geschichte einzelner Satzmodelle nachzuzeichnen oder an einzelnen Kompositionen Satzmodelle aufzuweisen, sondern die Satzmodelle eines gesamten Repertoires zu rekonstruieren und zusammenzustellen. Ein großartiger Versuch, ein Ausgangspunkt für weitere Untersuchungen [...]"

ZGMTH 5/2–3 (2008)

Um die Erlaubnis eines Auszuges der Rezension wurde beim Verlag angefragt. Bitte haben Sie ein klein wenig Geduld...

FORUM MUSIKBIBLIOTHEK 04/07

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Musiktheorie 02/09